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Mission | September 2022


Erlebniswelt Südamerika

«¿Cómo se llama tu Mamá? ¿Ella murió?» («Wie heisst deine Mama? Ist sie gestorben?»), fragt die 6-jährige Taiz. Zuerst wusste Elina nicht, weshalb sie ihr diese Frage stellt, später jedoch erfahren wir, dass die Kleine selbst keine Mutter mehr hat. Kinder mit solchen und ähnlichen Geschichten durften wir während unseres Kurzeinsatzes im Kinderheim «Cristo te Salva» in Riberalta kennenlernen und begleiten. Dabei erlebten wir viel Neues; Schönes aber auch Schwieriges.



Unterschiedliche Lebensweise
Anschliessend an die dreimonatige Jüngerschaftsschule GROW war wie jedes Jahr ein freiwilliger Einsatz geplant. Dieses Jahr ergab sich die Möglichkeit nach Südamerika zu reisen.

Geleitet wird das christliche Kinderheim, in dem wir mithalfen, von Mirjam und Federico, einem Ehepaar mit vier eigenen Kindern. Mirjam ist Schweizerin, sie lernte Federico bei einem Aufenthalt in Bolivien kennen und heiratete ihn. Sie schauen zusammen zu den 30 Kindern, die entweder keine Eltern mehr haben oder niemanden sonst, der fähig ist für sie zu sorgen. Zusätzlich betreut Federico einen Fussballverein, der den gleichen Namen trägt wie das Kinderheim. In ihrer umfassenden Aufgabe sind die beiden sehr froh um Unterstützung. Als wir auf dem kleinen Flugplatz in Riberalta gelandet und zum Heim gebracht worden waren, erkannten wir relativ schnell Unterschiede zum Leben in der Schweiz. Das tropische Klima, die schlechten Strassen, der ungeregelte Verkehr vieler Menschen, welche mit dem Motorrad durch die Gassen tuckern (die wenigsten hier besitzen ein Auto). Das Stadtzentrum besteht hauptsächlich aus Backsteinhäuschen, die mit einem einfachen Blechdach bedeckt sind. Ausserhalb des Zentrums sind die Häuser teilweise noch aus Holz und Lehm, die Dächer aus Palmenzweigen. Auch unsere Zimmer und das Leben im Kinderheim allgemein, war ziemlich bescheidener, als wir uns das gewohnt sind.

Freude schenken
Unser Tagesablauf sah ungefähr so aus: Wenn wir nicht schon durch das Krähen des manchmal etwas lästigen Hahns erwacht waren, weckte uns Musik aus den Lautsprechern des Kinderheims um 5 Uhr auf. Der Tag startete immer mit gemeinsamem Singen, Beten und einer kurzen Andacht. Danach gab es Frühstück und die Kinder gingen zur Schule. Unsere Aufgaben waren unterschiedlich. Während Thomas vor allem beim Bau eines kleinen Swimmingpools mithalf, unterstützten Batya und Elina die Kinder bei den Schulaufgaben und erledigten die anstehenden Hausarbeiten. Ab und zu durften wir auch auf Einsätze ausserhalb des Heims mitgehen, um beim Unterricht in Kinderstunden, Schulen oder bei handwerklichen Arbeiten zu helfen. Es war sehr schön, Zeit mit diesen Kindern zu verbringen, mit ihnen zu sprechen, zu singen oder Fussball zu spielen. Es faszinierte uns zu sehen, wie wenig es braucht, um ihnen eine Freude zu bereiten. Ihre traurigen Geschichten und ihr Leben im Heim sind so viel anders als unsere.

Schöne Momente
Wir hatten auch unsere Schwierigkeiten während des Einsatzes. Leider waren wir öfters krank und konnten deshalb nicht immer so helfen, wie wir das gerne getan hätten. Da wir keine Spanisch-Profis sind, machte uns auch die Sprachbarriere etwas Mühe. 

Auch wenn die Zeit in Riberalta für uns verwöhnten Schweizer nicht nur einfach und mit vielen Herausforderungen verbunden war, schauen wir sehr dankbar zurück. Wie gut, dass wir uns die Gelegenheit, diesen Einsatz zu machen, nicht entgehen liessen! Da unterdessen schon einige Zeit vergangen ist, bleiben vor allem die schönen Momente und besonders die sehr herzigen Kinder in Erinnerung.

Schöner Abschluss
Nach diesen drei Wochen im Heim durften wir noch zehn Tage bei Elias und Priska Buchs in La Paz wohnen. Susi Schlumpf führte uns durch die Stadt, die mitten in den Bergen der Anden liegt. Das war 

äusserst eindrücklich. Die Zeit bei ihnen tat uns gut und war sehr schön. Auch durften wir eine Tour zum Salzsee in Uyuni machen und zwei Tage am Titicacasee verbringen, was uns über Gottes vielseitige und wunderschöne Schöpfung staunen liess. Gott war während der Zeit in Bolivien mit uns und wir durften mehrmals eindrücklich erleben, wie er uns half.

GEBET
Wir danken Gott für diese Zeit und seine Bewahrung, die wir in Bolivien erleben durften. 

Wir beten um Kraft und Weisheit für Federico und Mirjam bei ihrer Arbeit und der Suche nach weiteren Arbeitskräften. Wir beten für die Missionare in La Paz und die Arbeit für «Mensaje de Paz».