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Mission | September 2021


Konsumieren und produzieren

Ich sitze auf dem Sofa, das Handy in der Hand. Gemütlich swipe ich nach unten. Zwischendurch bleibt mein Blick an einem interessanten oder scheinbar wichtigen Beitrag hängen. Nur noch schnell die andere App nach News abchecken und dann noch schauen was jene so gemacht haben am Wochenende. Schwups und 40 Minuten sind vergangen. Kaum bemerkt.




Einerseits stellen die sozialen Medien für viele eine grosse Versuchung dar, da die Zeit oft unbemerkt verstreicht und die Inhalte nicht unbedingt erbauend sind. Andererseits bieten sie uns eine unglaubliche Chance, gerade weil so viele Menschen sehr viel Zeit am Display verbringen, ihnen auf diesem Wege die beste Botschaft der Welt zu bringen.

Neuer Arbeitsbereich
Dies ist seit unserer Ankunft hier in La Paz Teil unserer Aufgabe. Zunächst geht es darum, Konzepte zu entwickeln. Wie wollen wir den eher neuen Arbeitsbereich gestalten? Wie können wir sicherstellen, dass die produzierten Inhalte auch wirklich die Aufmerksamkeit wecken und nicht nur weggeklickt werden? Unser Wunsch ist, eine Onlinecommunity aufzubauen, in der auch Platz für Fragen, Zweifel und Krisen im Glauben ist. Unser Gebet ist, dass Gott durch seinen Geist Herzen berührt und verändert. Noch stehen wir ganz am Anfang, denn auch für uns ist dieses Gebiet Neuland. Zu den technischen Herausforderungen gesellen sich kulturelle Hürden, denn was uns ansprechend und wichtig erscheint, wird vielleicht von den hiesigen Jugendlichen ganz anders eingestuft.

Trotz dem unglaublichen Potenzial bleibt der Spagat zwischen den Vor- und Nachteilen bestehen. Denn um Jugendliche hinter dem Display abzuholen, muss man gewissermassen auf den Zug aufspringen und den „Regeln“ der Onlinewelt gehorchen. Doch unser Ziel ist es und soll es immer bleiben, jegliche Altersgruppe zu ermutigen in reale Beziehungen zu investieren. Zuallererst in die Beziehung mit unserem Schöpfer, aber schlussendlich auch in gesunde zwischenmenschliche Beziehungen.