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Gemeinde | September 2021


Evangelistische Einsätze in Stuttgart-Vaihingen

Vor ca. eineinhalb Jahren haben wir wieder mit Straßeneinsätzen in unserer Gemeinde in Stuttgart-Vaihingen gestartet. Der Anfang war etwas holprig, wir haben gemerkt, wie wichtig es ist, die Gemeindemitglieder konkret anzusprechen und zu fragen, ob sie gerne mitmachen.



Die Begegnung mit Gott
Und so bildete sich ein Team mit ca. 10 Personen, die immer wieder dabei sind. Wir treffen uns im Gemeindehaus, und einer beginnt mit einer kurzen Andacht. Nach einer Gebetsgemeinschaft gehen wir in Zweierteams auf die Straße in Richtung Stadtzentrum. Die Frage die uns dabei immer wieder bewegt ist, wie spricht man die Menschen am besten an? Im Moment benutzen wir meistens einen Fragebogen.

Interessante Begegnungen
Ich möchte gerne von einigen Gesprächen berichten. An einem Freitag sprachen wir drei Teenager an, alle drei waren Moslems. Bei der Umfrage meinten sie, dass sie nicht ins Paradies kämen, weil ihre schlechten Taten überwiegen würden. Wir unterhielten uns darüber, welche guten Taten denn nötig seien, um ins Paradies zu kommen, und ob diese die schlechten Taten aufheben könnten? Ich gab jedem eine Karte, auf der steht: «Jeder braucht einen Lebensretter. Jesus ist der Einzige, der dein Leben retten kann.» Dann kam von ihnen die Frage, ob wir an Jesus glauben. Daraufhin konnten wir erklären, wer Jesus ist und was er getan hat. Sie mussten oder wollten dann weitergehen, aber sie haben die Wahrheit gehört, und wir hoffen, dass Gott den Samen aufgehen lässt.

Ein anderes Mal wurde ein junger Mann aus Afghanistan angesprochen. Er sagte gleich, dass er niemandem etwas glaubt - er hätte schon so viel gehört, aber keiner hätte ihm je glaubwürdig etwas über Gott erzählen können. Ich pflichtete ihm bei, dass es unklug sei, einfach alles zu glauben und dabei den Kopf auszuschalten. Er hatte dann auch echt interessante Fragen: «Warum tun wir Menschen so schlechte Dinge?» Er bezog sich in die Frage mit ein! Ich erzählte vom Sündenfall und wie Jesus in die Welt kam, um alle Schuld auf sich zu nehmen, so dass wir die Möglichkeit haben, unsere Beziehung zu Gott wieder in Ordnung zu bringen. Er war sehr interessiert.

Gebete und Diskussionen
An einem anderen Einsatz sprachen wir zu dritt mehrere Personen am Rathausbrunnen an, die dort Alkohol konsumierten. Wir kamen mit drei von ihnen ins Gespräch (Namen geändert). Hans ist überzeugter Atheist. Seine Freundin Lisa glaubt an Gott, ist aber noch nicht mit Jesus unterwegs. Jörg ist so betrunken, dass man sich mit ihm kaum unterhalten kann. So ergab es sich, dass jeder von uns mit einem von ihnen redete. Biagio redete mit Jörg, der ein Kind hat und dem alles egal ist – es ist ihm jedoch wichtig, dass es seinem Kind gut geht. Michael redete mit Lisa. Sie konnte einfach nicht glauben, dass Gott auch ganz schlimmen Menschen vergeben würde, wenn diese zu Jesus kämen. Ich diskutierte mit Hans über die Existenz Gottes. Er sagte irgendwann: «Das ist unglaublich. Du stehst da mit deinem breiten Grinsen und behauptest die ganze Zeit, dass es Gott gibt ...» Nach einer Weile wollten wir uns verabschieden und Biagio fragte, ob einer eine Bibel haben möchte. Lisa wollte unbedingt die Bibel haben. Als Biagio ihr die Bibel gab, war sie außer sich vor Freude. Wir beteten dann noch zusammen mit ihnen, und auch Lisa betete in der Runde. Wir hoffen, dass Gott weiter an ihnen arbeitet.

Jeder von uns könnte noch von vielen guten Gesprächen berichten. Es ist nicht immer einfach. Wir erfahren oft auch Ablehnung. Manchmal diskutieren wir mit Atheisten, ob es überhaupt einen Gott gibt. Aber wir bieten das Evangelium an. Wer möchte, kann es hören.

Lohnende Einsätze
Ein schöner Abschluss von Biagio: «Als Fazit möchte ich erwähnen, dass ich bei den Einsätzen definitiv Gottes Segen und Hilfe spüre. Es gibt Situationen, in denen ich merke, dass die Menschen Interesse haben oder zumindest zuhören. Ebenso habe ich oft den Eindruck, dass die Menschen, denen wir durch Gottes Gnade begegnen, für uns wie maßgeschneidert sind, in dem Sinne, dass es zwischenmenschlich passt und dadurch ein guter Dialog entsteht. Gelobt sei der Herr Jesus Christus!»