Loading...

Mission | Oktober 2021


Das Wort Gottes – unser Fokus

Angstmachende Gerüchte vor der Endzeit kursieren in PNG in den sozialen Medien, aber auch in den abgelegensten Dörfern im Busch. Damit umzugehen und den Fokus auf das hoffnungsvolle Wiederkommen von Christus zu setzen, da sind wir alle gefordert.



Woher beziehe ich Informationen?
Diese Frage ist entscheidend in der Flut von Informationen, die uns täglich erreichen. Dies nicht nur in Europa, sondern auch in «abgelegenen» Ländern wie PNG. Die Beeinflussung der Medien und sozialen Medien auf unser Handeln im Alltag ist weit grösser als wir es im ersten Moment zugeben würden. Wahrscheinlich werden die Menschen in den westlichen Ländern mit unterschiedlicheren Informationen aus den Medien überrollt. Aber auch in PNG hat sich die Situation seit der Einführung des Mobiltelefons und des Internets massiv verändert. Da nur ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung an eine Tageszeitung, an ein Radio oder einen Fernseher kommt, wenden sich die Leute viel mehr zu den sozialen Medien wie Facebook. Mitarbeiter aus der Gemeinde haben oft keine Ahnung, was weltweit auf politischer Ebene geschieht. Aber sie sind bestens informiert über Themen, worüber die Menschen via Facebook austauschen.

Mit der Impfung kommt der Antichrist
Im Zusammenhang mit der Impfung gegen Covid-19 kam in PNG klar zum Vorschein, wo sich viele Menschen informieren. Verschwörungstheorien in den sozialen Medien wurden mehr Glauben geschenkt als dem, was das Wort Gottes sagt oder dem Rat der Gemeindeleitung. Die Angst vor dem Antichristen, schwer beeinflusst durch die sozialen Medien, wog plötzlich schwerer als die sonst weit verbreitete Hoffnung auf den wiederkommenden Herrn und König Jesus Christus. Umfragen in PNG haben ergeben, dass über 60% der Bevölkerung sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen will aus Angst vor dem Antichristen und dessen Zahl 666.

In der westlichen Welt hingegen lassen sich Impfskeptiker/-innen unter anderem nicht impfen, weil die Corona-Impfstoffe in weniger als einem Jahr auf den Markt kamen, während es bei anderen Impfungen zehn oder mehr Jahre dauerte.

Angst vor der Endzeit
In PNG gibt es bestimmte Gruppen von Menschen, die im Land herumziehen, um die Leute mit Angstmacherei zum Glauben an Jesus Christus zu bewegen. Kürzlich hat leider ein ehemaliger Mitarbeiter ein Dorf gewarnt, dass, wenn sie sich nicht innerhalb von 40 Tagen bekehren würden, etwas Schlimmes mit ihnen geschehen würde. Die Dorfgemeinschaft hat dann sofort eine Evangelisationswoche organisiert. Mit Angstmacherei die Menschen zu Gott zu drängen soll nicht unsere Aufgabe sein. Vielmehr dürfen wir den Menschen mitteilen, dass bereits einer am Kreuz für unsere Sünden gestorben ist. Wir sagen ihnen, dass, wenn sie an das einmalige Opfer von Jesus am Kreuz glauben (Jesaja 53,5 / Joh 3,16) und der Sünde absagen, sie sich nicht vor der Endzeit fürchten müssen. Verschwörungstheorien und einseitige Informationen bringen die Menschen nicht zur Ruhe. Menschen, die auf das Wiederkommen von Jesus Christus warten, dürfen an der Ruhe sein.

Unser Fundament ist das Wort Gottes
Vielleicht sind Krisen auch eine gesunde Herausforderung für die Gemeinde. Wo liegt unser Halt, wenn wir plötzlich an unsere Grenzen kommen? Als Missionare in PNG sind wir uns während der Pandemie bewusst, dass wir bei schweren Krankheitsverläufen wegen den Reisebeschränkungen kaum die Möglichkeit hätten, in Australien medizinische Hilfe zu bekommen. Wir haben uns nicht der Angstmacherei der sozialen Medien angeschlossen, sondern haben uns bewusst dem Schutz Gottes anbefohlen, haben aber auch soweit überhaupt möglich, den Hygienevorschriften sowie «Social distancing» Folge geleistet. Wir sagen der Gemeinde, dass wir nicht auf Unheil warten, sondern uns vielmehr freuen, dass uns im Himmel eine wunderbare Heimat wartet. Das ist unsere Hoffnung und unser Fundament. 

Das regelmässige Lesen der Bibel sowie die Teilnahme an den Anlässen der örtlichen Gemeinde helfen uns auch, unsere Blicke auf Jesus zu konzentrieren und nicht auf die Ängste der Endzeit (Hebräer 12,2).