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Mission | November 2020


Ein Licht in der Dunkelheit

Isoliert, abgesondert, einsam und ängstlich sitzen viele Leute in ihren vier Wänden. Die Corona-Krise macht auch vor Österreich nicht halt. Mittlerweile sind es mehrere Monate Hoffen und Bangen auf Besserung und Stabilität. Doch dieses Auf und Ab in der Stimmung hat seine Spuren hinterlassen. Viele Menschen sind verunsichert und sehen mit Sorgen der Zukunft entgegen. Wie gehen wir als Gemeinde damit um? Wo sind unsere Chancen?


Das Gemeindewochenende vertiefte die Gemeinschaft untereinander


Hilfe in der Not
Auch für uns Christen gelten die Covid-19-Verordnungen des Staates, und wir halten diese als Gemeinde ein. Die unangenehmen Nebenwirkungen bleiben deshalb auch uns nicht erspart. Als Familie mussten wir zum Beispiel nach unserer Rückkehr aus der Schweiz zwei Wochen in Quarantäne. Wir haben uns gefreut, wenn immer mal wieder Geschwister aus der Gemeinde am Gartenzaun vorbeikamen und liebevolle Gaben vorbeibrachten oder sich nach unserem Ergehen erkundigten. Wie Boten aus der unsichtbaren Welt kamen uns manchmal solche Begegnungen vor. Ältere Leute leiden unter der Einsamkeit und freuen sich über einen Besuch – situationsbedingt mit Sicherheitsabstand. Durch einen Telefonanruf können wir uns auf Distanz über das gegenseitige Ergehen erkundigen und einander ermutigen.  

Begegnung auf Distanz
Wir freuten uns sehr, als wir uns das erste Mal wieder als Gemeinde treffen durften. Es wurde mir neu bewusst, wie wertvoll die Gemeinde ist. Hier kam mir die Bemerkung einer Nachbarin in den Sinn: «Das ist ja bei euch wie in einer grossen Familie.» Ja, unermesslich kostbar ist das Geheimnis der Gemeinde. Der unsichtbare Organismus der Ortsgemeinde wirkt in der kalten, distanzierten und verunsicherten Zeit wie ein helles warmes Licht. Ich hoffe sehr, dass die gegenwärtige Krise uns Christen ganz neu den Wert unserer Ortsgemeinden vor Augen führt. Unter gewissen Sicherheitsauflagen konnten wir trotzdem das Gemeindewochenende durchführen. Begegnung auf Distanz verhinderte nicht das herzliche, tiefe und gesegnete Miteinander. Die Sommerlager konnten unter Einhaltung von Schutzmassnahmen durchgeführt werden. Wir beten, dass die Gemeinde durch die junge Generation gestärkt wird.

Chancen
Doch schöne Gemeinschaft birgt auch Gefahren. So zum Beispiel können wir die Gemeinschaft untereinander zu sehr geniessen und dabei unser Umfeld vergessen. Ähnlich wie die ersten Christen, die alles gemeinsam hatten und die Zeit miteinander verbrachten und dabei ihren Auftrag vernachlässigten. Sehen wir unsere leidenden, verunsicherten und ängstlichen Mitmenschen? Wagen wir es, ihnen von unserer Hoffnung zu sagen? In den Buchläden ergeben sich viele gute Gespräche, weil Menschen sich öffnen und ihre Fragen loswerden wollen. Mit einem Glaubenskurs möchten wir mit der christlichen Hoffnung auf aktuelle Fragen eingehen. Die Menschen haben wieder mehr Zeit, weil manche Freizeitaktivitäten eingeschränkt worden sind. Verkriechen wir uns oder gehen wir hinaus? Nutzen wir unsere Chancen und legen Zeugnis ab von der lebendigen Hoffnung in uns. In den Wintermonaten werden wieder Kalender verteilt. «Life is more» ist nicht nur der Titel des einen Kalenders. Leben ist tatsächlich mehr als das, wonach viele streben. Eine Krise kann zur grossen Chance werden, um wieder das Wesentliche im Leben zu erkennen: Jesus Christus und die Rettung in ihm!

Die Sommerfreizeiten konnten trotz Corona- Massnahmen durchgeführt werden.