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Thema | März 2019


Beten um erleuchtete Augen

Gott ist grösser und gewaltiger als wir denken, und wir sind auf Entdeckungsreise! Paulus zeigt uns, wie wir einander dabei konkret helfen können. Er betet darum, dass wir als Christen durch den Heiligen Geist Einblick erhalten, um Gott und seinen Plan immer besser zu erkennen.



Geöffnete Augen
Die Bibel berichtet in 2.Könige 6, dass gut 800 Jahre vor Christus ein grosses Heer der Aramäer bei Nacht die Stadt Dotan in Nordisrael umzingelt. Sie wollen Elisa gefangen nehmen. Er hat nämlich immer wieder die Angriffe der Aramäer vereitelt, weil Gott ihm geöffnete Augen für die Pläne des feindlichen Königs gab. Früh am Morgen entdeckt nun der Diener Elisas die scheinbar aussichtslose Lage: «Ach, mein Herr! Was sollen wir tun» (2. Könige 6,15 ELB)? Er sah nur das sichtbare Problem, aber nicht die ganze Wirklichkeit. Wenn wir realistisch beurteilen wollen, müssen wir die ganze Realität einbeziehen – auch die unsichtbare. Diese Fähigkeit hatte Elisa. Er konnte antworten: «Fürchte dich nicht! Denn zahlreicher sind die, die bei uns sind, als die, die bei ihnen sind» (2. Könige 6,16 ELB). Er betete zu Gott für seinen Diener: «HERR, öffne doch seine Augen, dass er sieht» (2. Könige 6,17 ELB)! Gott erhörte dieses Gebet und gab dem Diener geöffnete Augen, damit er eine realistische Sicht der Lage bekam: Um den Belagerungsring der Aramäer herum war das ganze Bergland voll feuriger Pferde und Streitwagen! Wow – so sieht also die Realität aus!

Folgen bei eingeschränkter Sicht
Im Gegensatz zu Elisas Diener, dessen Augen geöffnet waren, wurden die Aramäer mit Blindheit geschlagen. Ihre Sicht und Schlagkraft wurden dermassen eingeschränkt, dass sie sich schliesslich als Gefangene in die feindliche Hauptstadt Samaria führen lassen mussten!
Die Bibel bezeichnet uns Christen nicht als blind, und doch bittet Paulus im Gebet für die Epheser um erleuchtete Augen des Herzens – Augen, welche die Wirklichkeit sehen. Wann haben wir das letzte Mal in diesem Sinn füreinander gebetet? Damit wir die Wichtigkeit dieser Bitte verstehen, wollen wir kurz stillstehen und uns fragen, was passiert, wenn wir mit eingeschränkter geistlicher Sicht unterwegs sind:

  • Schwierige, belastende Situationen drücken uns zu Boden und lähmen uns.
  • Wir werden entmutigt durch unsere scheinbar «realistische und vernünftige Sicht».
  • Wir beten bloss um Veränderung und Hilfe im sichtbaren Bereich.
  • Wir kommen in Gefahr, die Hilfe anderswo als bei Gott zu suchen.
  • Dabei beginnen wir plötzlich andere Helfer «anzubeten» und ihnen unsere Gedanken, unsere Zeit und unser Geld zu «opfern».

Wir Christen suchen manchmal das, was wir eigentlich schon besitzen würden. Auf unser «Konto» muss nichts mehr überwiesen werden! Gott hat alles bereit. Wir brauchen aber Erleuchtung der Herzensaugen, um diese Realität zu sehen und in Anspruch zu nehmen. Dies geschieht durch Vertrauen, Gebet und den Heiligen Geist!

Bitte um Gotteserkenntnis
Nun kommen wir konkret zum ersten Gebet des Paulus in Epheser 1,15–21):
«Darum auch ich, nachdem ich gehört habe von dem Glauben bei euch an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen, höre ich nicht auf, zu danken für euch, und gedenke euer in meinem Gebet, dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen. Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist und wie überschwänglich gross seine Kraft an uns, die wir glauben, weil die Macht seiner Stärke bei uns wirksam wurde, mit der er in Christus gewirkt hat. Durch sie hat er ihn von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen.»
Paulus dankt Gott dem Vater zuerst und immer wieder für sein Wirken bei den Ephesern. Da können wir sicher lernen. Wer aber nur dankt, wird schwärmerisch... Wie Paulus wollen wir auch um mehr bitten – ohne dabei zu vergessen, was Gott schon getan hat.
Worum bitten wir Gott nun konkret? Um einen guten Job, um Heilung von einer Krankheit, einen guten Partner, das Gelingen der Prüfung...? Das sind alles gute und berechtigte Anliegen. Paulus zeigt uns aber in seinen Gebeten noch eine andere Priorität: Die Bitte um den Geist der Weisheit und Offenbarung, um Gott den Vater zu erkennen. Ohne den Heiligen Geist ist dies nämlich gar nicht möglich. Dabei geht es nicht nur darum, möglichst viel über Gott zu wissen, sondern IHN durch Begegnung und Erfahrung besser kennen zu lernen. Die Bibel bezeichnet auch den intimen Umgang zwischen Ehemann und -frau als «Erkennen» (1. Mose 4,1). Das zeigt uns, dass wir den Begriff nicht nur als ein oberflächliches Wissen verstehen dürfen. Es geht um eine tiefe Verbindung miteinander. Der König David drückte seine Erkenntnis einmal folgendermassen aus: «Du zeigst mir den Weg, der zum Leben führt. Du beschenkst mich mit Freude, denn du bist bei mir. Ich kann mein Glück nicht fassen, nie hört es auf» (Psalm 16,11 HFA).
Lasst uns füreinander beten, dass wir Christen werden, die ihr Glück nicht fassen können – das Glück, mit dem Vater verbunden zu sein und das ewige Leben zu besitzen! Unser Umfeld wird das positiv zu spüren bekommen!

Bitte um erleuchtete Augen des Herzens
Paulus wünscht den Ephesern im selben Gebet «erleuchtete Augen des Herzens». Das meint ungetrübte Augen, um Gottes Geschenke klar zu erkennen. Ich stelle mir dabei auch leuchtende Kinderaugen vor, die das erhaltene Geschenk bestaunen. Lasst uns zusammen über den Reichtum auf unserem Konto (gemäss Epheserbrief) staunen und nachdenken:
Das Gebet füreinander soll unsere Augen öffnen für die Realität der Macht Gottes in unserem Leben. Es ist die Kraft Gottes, die Jesus zum Leben erweckte! Es ist auch die Kraft, die ihn über alle anderen Kräfte und Mächte erhob! Wenn wir diesen Anliegen Priorität geben in unseren Gebeten füreinander, wird Mutlosigkeit, Trägheit, Angst und Götzendienst weichen. Wir erhalten eine realistische Sicht – und die enthält weit mehr als das, was der natürliche Mensch sehen kann!
«Gott aber kann viel mehr tun, als wir jemals von ihm erbitten oder uns auch nur vorstellen können. So gross ist seine Kraft, die in uns wirkt. Deshalb wollen wir ihn mit der ganzen Gemeinde durch Jesus Christus ewig und für alle Zeiten loben und preisen. Amen» (Epheser 3,20–21 HFA).

Ohne GottMit Gott verbunden
ohne Hoffnungzur Hoffnung berufen
Kinder des ZornsKinder des liebenden Vaters
totlebendig
armreich
zu bösen Taten geneigt geschaffen zu guten Werken
ohne Christusin Christus
völlig verdorbener Menschneuer Mensch
Feinde Gottesmit Gott versöhnt
ohne BürgerrechtBürger im Reich Gottes