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Gemeinde | Juni 2022


Vom Beten – Folge 5

Zum Schluss der Aufblick nach oben «Unser Vater im Himmel! …Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.»




John Stott hat zum Vaterunser geschrieben, dass christliches Gebet …

  • auf Gott ausgerichtet ist. Es geht um Gottes Ehre. Nicht selbstbezogen, wie die damaligen Pharisäer beteten, denen es um die eigene Ehre ging (Matthäus 6,5).
  • sinn- und bedeutungsvoll ist. Es ist der Ausdruck einer bewussten Abhängigkeit. Nicht mechanisch und beschwörend, wie die Heiden beteten (Matthäus 6,7)

Um einen würdigen Abschluss ringen
Wie soll ein Gebet würdig beendet werden? Der Lobpreis am Ende des Gebets (Matthäus 6,13b) fehlt in den ältesten Manuskripten. Die Frage, wie und wann diese Worte in das Matthäusevangelium kamen, kann nicht mit Bestimmtheit beantwortet werden. Die Schlussworte sind vermutlich einem Lobpreis nachgeahmt, denn schon der König David betete (1. Chronik 29,11-13). Auch beim Apostel Paulus findet sich ein ähnlicher Gedankengang wie am Schluss des Vaterunsers (2. Timotheus 4,18).

Der Blick nach oben
Offenbar hatte die frühchristliche Gemeinde mit dem Abschluss: «Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit!» das Anliegen, noch einmal bewusst nach oben zu schauen und dem Vater das zuzuschreiben, was ihm allein gehört. Und sie wussten: Wer zu Gottes Reich gehört und seine Kraft in Anspruch nimmt, befindet sich auf der Siegerseite! Das impliziert aber auch: Ich besitze kein Reich, habe keine Kraft und keine Herrlichkeit in mir. Alles kommt vom Vater!

Amen!
Deshalb soll am Ende des Gebets noch zuversichtlich das «Amen» gesprochen werden. Wie ein Siegel: Das ist gewisslich wahr! Und ich habe nun alles beim Vater deponiert und erwarte alles von ihm.