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Thema | Juni 2022


Neue Identität in Jesus Christus

Sünder – Kind Gottes! Wer bin ich eigentlich? Von Natur aus bin ich Sünder. Wie kann ich ein Kind Gottes werden? Das Erste ist tief in uns eingewurzelt, das Andere scheint für uns unerreichbar. Was dem Menschen unmöglich ist, wurde durch das Werk von Jesus am Kreuz Wirklichkeit. Wie ist das möglich? Die folgenden Zeilen versuchen, einige Antworten zu geben.



Die geistliche Identität
Das Wort Gottes lehrt mich, dass ich eine geistliche Identität habe. Ich erbe eine Identität als Sünder. Da meine Eltern selbst Sünder waren, konnten sie mir nichts anderes weitergeben. Die Bibel sagt, dass alle Menschen gesündigt und die Herrlichkeit verloren haben, die Gott ihnen ursprünglich gegeben hatte (Römer 3,23). Zwischen der Heiligkeit Gottes und einem Sünder besteht eine für den Menschen unüberwindbare Kluft. Alle guten Werke, die er vollbringen könnte, würden nicht ausreichen, um nur eine einzige seiner Sünden zu tilgen. Sünde bedeutet Rebellion gegen Gottes Willen und trennt uns unwiderruflich von ihm. Die Identität als Sünder führt, nach dem Leben

auf dieser Erde, zu einer vollständigen und endgültigen Trennung von Gott, die die Bibel Hölle nennt.

Das Werk von Jesus Christus
Angesichts der Machtlosigkeit des Menschen, sich selbst zu retten, sandte Gott seinen Sohn, um das Problem zu lösen. Was er uns anbietet, ist das Geschenk der Erlösung aus Gnade, die wir nur durch den Glauben bekommen können. Die Bibel lehrt uns, dass Jesus Christus durch seinen Tod am Kreuz die Strafe für unsere Sünden getragen hat. Gott hat uns aufgrund dieses Opfers für gerecht erklärt und vergisst unsere sündige Vergangenheit. Als Jesus starb, starb unser alter Mensch mit ihm, und in seiner Auferstehung wurden wir mit ihm zu einem neuen Leben auferweckt (Römer 6,5-9). Das ist die Wiedergeburt und damit wird uns eine neue, geistliche Identität geschenkt.

Das Werk des Heiligen Geistes: eine neue Geburt
Durch die Wiedergeburt erhalten wir ein völlig neues Leben durch den Heiligen Geist, der uns bestätigt, dass wir Kinder Gottes sind. Das ist die Grundlage, um ein siegreiches Leben in Jesus führen zu können.

Gott beschränkt sich also nicht nur darauf, uns unsere Sünden zu vergeben. Er erlöst uns von der Sünde und will uns ein siegreiches Leben schenken.

Aber Achtung: Hier geht es nicht darum zu behaupten, dass wir bereits die Vollkommenheit erreicht haben und nie wieder sündigen. Auch mit dieser neuen Identität bleiben wir fehlbare menschliche Wesen, die der Versuchung der Sünde erliegen können. Gegebenenfalls müssen wir Busse tun, unsere Sünde bekennen und Gottes Vergebung annehmen.

Eine neue Familie
Durch den Heiligen Geist gehören wir nun zur Familie Gottes. Wir sind seine Kinder. Die Bibel verwendet das Bild der Adoption. Wir sind Brüder und Schwestern aller Gläubigen. Gott ist unser himmlischer Vater, Jesus nennt uns seine Brüder und Schwestern. Diese Familie ist dazu berufen, in Frieden zusammenzuleben, einander zu lieben, zu respektieren und zu helfen, die Lasten des anderen zu tragen, Streit und Eifersucht zu vermeiden, andere höher zu achten als sich selbst und sich gegenseitig zu vergeben. Jesus lehrt, in dieser Familie solle jeder, der den Anspruch erhebt, der Grösste zu sein, der Diener aller werden. 

So viel zu den Pflichten und Verantwortungen. Wie steht es denn mit den Privilegien? Alle Mitglieder dieser Familie sind Erben Gottes und Miterben von Christus. Schon jetzt haben wir das Vorrecht, Gott als unseren himmlischen Vater zu kennen. Ihn können wir im Gebet anrufen und er kümmert sich um uns. Schon jetzt werden wir vom Geist Gottes erfüllt und von ihm geführt. 

Dazu verspricht er uns ewige Gemeinschaft mit ihm. Bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus werden wir einen Körper empfangen, der von der Knechtschaft der Sünde definitiv befreit ist. Ein Körper, der nicht mehr altert, der keine Schmerzen, Leiden, Krankheiten oder den Tod mehr kennt. Die Familie Gottes wird für immer in ewigem Glück vereint sein. Gott hat versprochen, inmitten der Menschen, die zu dieser göttlichen Familie gehören, in einer Glückseligkeit und Herrlichkeit zu leben, die wir noch nicht wirklich begreifen können.

Bürger des Himmels
«Wir aber sind Bürger im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus,» (Philipper 3,20). Mit diesen Worten erinnert der Apostel Paulus daran, dass die Christen nur Pilger auf dieser Erde sind, ihr Bürgerrecht aber im Himmel ist. «Denn auf dieser Erde gibt es keine Stadt, in der wir für immer zu Hause sein können. Sehnsüchtig warten wir auf die Stadt, die im Himmel für uns erbaut ist.» (Hebräer 13,14 HFA). Es gibt ein Buch des Lebens, in dem die Namen derer eingetragen sind, die dort das Bürgerrecht haben (Offenbarung 20,12). Diese Menschen werden mit Ehren in ihre himmlische Heimat aufgenommen werden.

Der Glaubenskampf
Die Identität, die ich gerade beschrieben habe, beruht nicht auf Gefühlen. Es handelt sich auch nicht um ein Hirngespinst, eine Art Opium des Volkes, um die Leute ruhig zu halten. Es handelt sich um eine Lehre, die auf dem Wort Gottes basiert. Der Teufel versucht ständig, uns von dieser Wahrheit abzubringen, um uns seine Lügen glauben zu lassen. Wenn wir ihm Gehör schenken, wird er uns davon überzeugen, dass wir arme Sünder sind und bleiben, dass Gott sich nicht für uns interessiert, dass wir unwürdig sind, in dieses ewige Glück einzugehen. Oder aber, dass wir durchaus fähig sind, es selbst durch unsere guten Werke zu schaffen. Wir müssen daher den Kampf des Glaubens kämpfen, indem wir fest in der biblischen Lehre verankert bleiben und uns öffnen für das Wirken des Heiligen Geistes in uns. Wenn wir den Eindruck haben, unser alter Mensch lebe noch und herrsche über uns, ruft uns der Apostel dazu auf, uns für die Sünde tot zu halten (siehe Römer 6,11). Und dies genau dann, wenn wir es am wenigsten spüren.

Unsere Identität beruht nur auf den biblischen Wahrheiten. Unser Kampf mag hart sein, aber der Sieg wurde von Jesus Christus am Kreuz von Golgatha errungen. Danken wir ihm zu jeder Zeit, indem wir ihm das Lob und die Anbetung bringen, die ihm gebühren. Das ist es, was ihn verherrlicht.