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Mission | Juni 2022


Die entscheidende Identität

Wer bin ich? Spaziere ich in meiner Geburtsstadt Winterthur durch die Strassen, so halten mich die anderen Passanten für eine «ganz normale» Schweizerin. Mein Umfeld hingegen weiss, dass mein Herz schon lange nicht mehr nur rot-weiss schlägt. Bin ich in der Grossstadt La Paz unterwegs, werde ich aufgrund meiner Grösse und meiner blonden Haare schon von weitem als Ausländerin wahrgenommen. Für meine bolivianischen Freunde jedoch bin ich eine von ihnen. Wer bin ich nun?


Umzug am Tag des Meeres


Klagenfurt – Landeshauptstadt von Kärnten
Sowohl in der Schweiz als auch in Bolivien fühle ich mich manchmal fremd. Dann tröstet mich die Tatsache, dass meine wahre Identität in Jesus Christus zu finden ist.

Nationalstolz
Das bolivianische Volk ist, im Allgemeinen, sehr stolz auf seine Identität als Nation. Schon von klein auf wird das Nationalbewusstsein gefördert, z.B. indem jeden Montag vor Schulbeginn – mit der Hand auf dem Herz – die Nationalhymne gesungen wird. Und jeden 23. März, am Tag des Meeres, wird das kollektive Bewusstsein daran erinnert, dass Chile im Jahr 1879 Bolivien den Zugang zum Meer «geraubt» hat. In den Schulkindern, die an diesem wichtigen Tag in einer feierlichen Parade und in Marine-Uniformen marschieren, formt sich dadurch ein Stück mehr ihrer nationalen Identität.

Die Bolivianer haben tatsächlich eine Menge Gründe stolz zu sein. Auf eine wunderbar vielfältige Flora und Fauna, reiche kulturelle Traditionen, einzigartige Ressourcen – man denke nur an das Lithium –, und eine grosse Widerstandskraft, die das Volk befähigt hat, trotz vieler Widerwärtigkeiten nicht aufzugeben.

Die beste Identität
Es ist unser Gebet und Sehnen, dass die Bolivianer – und überhaupt alle Latinos – die Identität finden, die letztlich entscheidend ist: Kinder des Höchsten zu sein. Wer seinen Wert, seine Erfüllung und sein Alles in Jesus gefunden hat, ist wahrhaft glücklich. Deshalb setzen wir uns dafür ein, das Evangelium unter der spanischsprechenden Bevölkerung zu verbreiten. Jeder soll erfahren, was Jesus uns schenken will! Monat für Monat verlassen zehntausende Zeitschriften unser Büro. Was sie in den vielen kleinen und grossen Lesern bewirken, bleibt uns meist unbekannt. Doch wir glauben fest, dass Gottes Wort nicht leer zurückkommt! Ein Beispiel dazu ist folgende Geschichte von Ivis und ihrer Tochter Kimora …

Ivis, Kimora und Susi mit Choclito

Gott wirkt!
Wegen ihrer kleinen Füsse braucht Ivis spezielle Schuhe. Die bekommt sie bei David, einem Schuhmacher im Zentrum von La Paz. In dessen Werkstatt sieht sie die Kinderzeitschrift Rescatados aufgelegt, und auf Bitten ihrer neugierigen Tochter nimmt sie ein Exemplar mit. Kimora ist sofort begeistert von Choclito und bittet Ivis, ihr den ganzen Inhalt vorzulesen. Und nicht nur das, Kimora will immer mehr über Jesus wissen und lässt ihrer Mama keine Ruhe mehr. Da beginnt etwas, das vor langer Zeit in Ivis’ Herzen erloschen war, wieder aufzuflammen. Sie erinnert sich, wie sie als Kind in eine Gemeinde ging und Gottes Wort hörte, bis zwei tragische Todesfälle sie vom Glauben abbrachten. Doch nun verlangt Kimora jeden Abend, dass Ivis ihr aus der Bibel vorliest. Gemeinsam beginnen sie, Gott zu suchen, und erleben, wie sein Wort sie nach und nach verändert.

Heute, viele Jahre später, ist die ganze vierköpfige Familie mit Jesus unterwegs und Ivis gibt die Hoffnung des Evangeliums in einer Kinderstunde weiter. Wer hätte gedacht, dass Rescatados der Auslöser für dieses Wunder war?

Eine lebensverändernde Kraft
Gottes Wort hat explosive Veränderungskraft! Deshalb wollen wir nicht müde werden, es zu verbreiten. Wir freuen uns, dieser Mission vermehrt auch über die sozialen Medien nachzukommen und dass die biblische Geschichte von Rescatados neu auch als Hörspiel zu den Kindern gelangt. Egal welchen Kanal oder welche Form wir wählen: Gottes Wort bewirkt, dass viele Menschen die alles entscheidende Identität in Jesus finden! Ihm gehört alle Ehre!