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Gemeinde | Juni 2021


Richten

Dies ist die fünfte Folge über Sünden, die wir manchmal ignorieren und uns «tolerierbar» erscheinen. Im Fokus steht dieses Mal das Richten. Dies ist vielleicht diejenige Sünde, die bei uns selbst am schwersten zu entdecken ist, weil wir sie gerne tarnen als Eifer für das Richtige.



Tolerierte Sünden – Folge 5
Sünde ist nicht akzeptierbar, Punkt. Und doch, wenn wir ehrlich sind, müssen wir eingestehen, dass wir nicht alle Sünden gleichermassen verabscheuen. Wir empören uns über Abtreibung, aber zucken die Schulter bei Ungeduld, Undankbarkeit oder Stolz. Warum eigentlich? Der Wille Gottes zur Heiligung betrifft nämlich auch diese Sünden. Wir wollen uns in einer Serie mit diesem Phänomen beschäftigen und biblische Antworten suchen.

Diese Serie lehnt sich an das Buch von Jerry Bridges (2017): Respectable Sins.

Was die Bibel über Richten sagt
Obwohl es Platz gibt für gerechtes Richten unter uns Menschen, warnt uns die Bibel vor ungerechtfertigtem Verurteilen anderer Menschen. Das Bild, dass man leichter den Splitter im Auge des anderen sieht als den Balken im eigenen Auge, redet genau davon. Die Gemeinde wird ermahnt, sich gegenseitig nicht wegen Überzeugungen des Gewissens zu verurteilen.

Was Richten anrichtet
Das Problem eines falschen Richtens beginnt damit, dass wir unsere Meinung mit der Wahrheit verwechseln. Wir sind manchmal so überzeugt von etwas, dass wir denken, hinter jeder anderen Meinung stehe eine böse Absicht. Das kann ethische Fragen betreffen, z. B. wie wir als Christen unser Leben führen. Es betrifft aber auch Fragen der Lehre, wenn wir vorschnell Menschen verurteilen. Viel böses Blut und Trennungen waren die Folge von ungerechtfertigtem Richten, das sich als Eifer für das Richtige tarnte.

Wie wir mit Richten umgehen sollen
Wir sollten uns bewusst werden, dass selbst dann, wenn wir in einer Sache recht haben, wir kein Recht haben, uns lieblos und hart zu verhalten. Wir müssen auch lernen, dass wir eine Meinung oder Lehre ablehnen können, ohne den Menschen, der sie vertritt, gleich mit zu verurteilen. Und wenn wir in der Heiligung wachsen möchten, dann werden wir Gott immer wieder bitten, uns den Balken in den eigenen Augen zu zeigen.