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Mission | Juni 2019


Der gottgewollte «Multi-Kulti-Tisch»

Laden Sie ein, Gott tut es auch! Vorweg möchte ich Ihnen danken für Ihre gelebte Gastfreundschaft, damit Ihr Nächster einen gedeckten Tisch, ein offenes Ohr oder sogar ein offenes Herz findet. Erlauben Sie mir doch die Frage, wann Sie das letzte Mal einen Gast anderer Sprache oder Hautfarbe eingeladen haben? Wenn Sie es in den letzten 30 Tagen getan haben, liegen Sie immer noch im Trend der Fortschrittlichen.



Der Tisch von Gottes Familie
Seien Sie gewiss, auch bei Gott dem Schöpfer des Lebens ist Gastfreundschaft grossgeschrieben. Ja, ER sehnt sich nach jedem Menschen und will mit ihm zu Tische sit- zen. Jeder, der seine Einladung annimmt, ungeachtet der Bildung und Herkunft, gehört zum Tisch von Gottes Familie. Jesus will keine Geschenke, sondern Sie als Gast persönlich, wenn er sagt: «Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken» (Matthäus 11,28).

Die Freude soll niemand von euch nehmen

Visionsland Papua-Neuguinea
Die Vision von Johannes vor 2000 Jahren aus Offenbarung 7,9a und 16a war umwerfend: «Danach sah ich, und siehe, eine grosse Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen, die standen vor den Thron … sie werden nicht mehr hungern noch dürsten.» 1900 Jahre später gibt Gott unserem Gemeindeleiter Max Graf eine Vision, in welcher er viele Menschen brauner und schwarzer Hautfarbe sieht, die mit strahlendem Gesicht aus Kokosnussschalen vom Wasser des Lebens trinken und sich dabei den Bauch reiben.

Gottesdienst ... und es wurden alle satt

Bunte Schar folgt der Einladung
Seit dem Beginn unserer Missionstätigkeit im Jahr 1954 haben viele Neuguineer die Einladung von Jesus angenommen. Analphabeten und Gebildete, Kriminelle und Bodenständige, Aidskranke und Vitale, Arme und Reiche aus rund 2000 Stämmen und über 800 Sprachen haben am Boden zu Füssen von Jesus Platz genommen. Sie reiben sich den Bauch und freuen sich, zur auserwählten Schar des Himmels zählen zu dürfen. Ob am Tisch oder am Boden gegessen wird, ist nicht wichtig, rund 80% der Bevölkerung von 8 Millionen besitzt keinen Tisch, sondern isst nach traditioneller Art sowieso am Boden.

Bist du am Himmelstisch dabei?

Tischregeln, die weiterhelfen
Seit die ersten Pioniermissionare ihre Füsse im Hochland von Papua-Neuguinea auf Neuland setzten, haben wir uns bis heute als Gäste im Gastland verstanden, obwohl es uns im Alltag nicht immer gelungen ist. Von Anbeginn war es das Ziel, geistlich gereifte indigene Mitarbeiter zu fördern und nachzuziehen. Heute betreuen 350 Vollzeitmitarbeitende rund 1000 Gemeinden. Unsere 35 Missionare stehen in der Unterstützer- und Ermutiger-Rolle. Wir freuen uns, dass allen 20 Gemeindekreisen sowie den Führungsteams einheimische Leiter vorstehen. Bei Neuplatzierungen von Missionaren konsultieren wir bewusst die Gemeindeleitung, ob sie mit unserem Vorschlag einverstanden ist. Bei theologischen Fragen, zum Beispiel im Umgang mit politischen Geldern, suchen wir Gott gemeinsam, die Entscheidung wird aber von ihnen getroffen. Die «Tischregeln» ändern sich, das ist gut so. Auch im öffentlichen Leben. Ich stehe als «Ausländer» bei der Bank bewusst in der Warteschlange, auch wenn ich nach vorne gebeten werde. Auf dem Gemüsemarkt akzeptiere ich den gesetzten Preis. Als Mann nehme ich für lange Reisen, wenn ich kann, die öffentlichen Transportmittel, auch wenn das Missionsauto verfügbar wäre. Unterwegs mit dem Auto überlasse ich nach Möglichkeit das Steuer meinem Bruder und nehme Fahrgäste mit.

Aids-Waisenkinder, die Gott nicht vergessen hat

Ist der Gast erwünscht?
Als Europäer können wir von der neuguineischen Gastkultur noch sehr viel lernen. Es ist und bleibt unsere Herausforderung, das Gastrecht nicht zu missbrauchen. Sie schätzen unsere Gaben als Coach, als Brückenbauer in Konflikten und als Unterstützer im administrativen und technischen Bereich nach wie vor, mit dem Ziel der Nachwuchsförderung.

Kulturübergreifend halten wir uns an das «Jesus-Modell» als unser gemeinsames Vorbild. Wir wollen einander dienen, die Füsse waschen, den Tisch decken und Jesus als unsere Mitte, Gastgeber und König ehren mit allem was wir sind – bis ER uns im Himmel an den Multi-Kulti-Tisch bittet …