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Mission | Juli / August 2022


In die Autorität hineinwachsen

Toni* ist seit ein paar Jahren Christ. Er wurde in seinem Dorf im Hochland Papua-Neuguineas bedrängt, den Geistern ein Schwein zu opfern. Warum? Seine Frau Anna*, Sonntagsschullehrerin und junge Mutter, war beim Überqueren eines reissenden Flusses beinahe ums Leben gekommen. Bald danach wurde sie krank und zeigte über Monate hinweg auch Phasen geistiger Verwirrung.



Wo ist Heilung?
Man sagte ihm: «Ihre Seele hat sie bei diesem Unfall am Fluss verlassen. Du musst dort Schweineblut opfern und ihre Seele zurückrufen. Dann wird sie wieder gesund.» Eine Zeit lang bestehen die Beiden darauf, dass sie Jesus nachfolgen und nur auf Gottes Hilfe hoffen wollen. Doch als Anna weiterhin kränklich bleibt, geben sie dem Druck des Stammes nach und opfern ein Schwein den Geistern. Die Krankheit weicht nicht, und jetzt kommt zu dieser Not Schuldbewusstsein dazu, als Christen versagt zu haben. Auch der schon vorher vorhandene Zwist um Macht in regionalen Kirchenkreisen, trägt ganz sicher nicht zur Lösung der Angelegenheit bei! Was nun? Wer hätte die Macht, um in diesen Kämpfen das heilende Wort zu sprechen?

Fundamental zerstörerische Auswirkung
Gott hat uns Menschen geschaffen, um unter seiner Herrschaft Autorität über die gesamte Schöpfung auszuüben (1.Mose 1,26+28; 1.Mose 2,15). Darin hätten wir Gottes Wesen reflektiert, was ihn geehrt hätte. Doch wir trafen die Entscheidung uns gegen seine Autorität aufzulehnen. Diese eine Sünde hatte fundamental zerstörerische Auswirkungen: Ein komplettes Ordnungsgefüge wurde von uns Menschen durcheinander und unter die Autorität Satans gebracht. Aber auch nach dem Sündenfall haben wir den Auftrag, über die Sünde zu herrschen (1.Mose 4,7). Diese von unserer Seite unlösbare Spannung zwischen Gottes Befehl und unserer Kraftlosigkeit weckt den Schrei nach Erlösung im Herzen eines jeden Menschen.

Herausforderung Flussüberquerung

Die Befreiung
Gott gab seinen Sohn, um uns Menschen aus dem Gefängnis der Versklavung Satans zu befreien. Damit verknüpft ist auch eine ganz neue Schöpfung: Jeder Christ ist ein Kind in Gottes Familie, das den Heiligen Geist in sich hat. Wir werden durch Jesus Christus von der Sünde und vor der Hölle errettet, und wir werden zu Gott zurückgebracht, um ihn uneingeschränkt als allein wahren Gott anzubeten.

Sieg von Jesus
Ich muss lernen, unter der Autorität des Heiligen Geistes den Sieg, der Jesus für uns vollbracht hat, in Anspruch zu nehmen. Dann werde ich nach Gottes Willen dort Autorität positiv ausüben, wo es meine Aufgabe ist: Ledig oder verheiratet, als Ehepartner, Vater/Mutter, in der Gemeinde usw. Dies ist nur möglich, wenn ich mit Jesus Christus verbunden und von ihm abhängig bleibe.

Leid ertragen
Autorität ist mit Stärke verbunden. Trotzdem ist sie auch - scheinbar widersprüchlich- mit Leiden verknüpft, was mit Schwachheit in Verbindung gebracht werden kann. Warum schreibt Paulus, dass er nur deswegen leiden könne, weil Christus ihn dazu ermächtigt (Philipper 4,13)? Es geht um den beschriebenen Aspekt, dass ich nicht für mich selbst erlöst, sondern in Gottes Ordnungsgefüge zurückgebracht worden bin. Wenn es Gott gefallen hat, seinen eigenen Sohn «durch Leiden vollkommen zu machen», dann will auch ich bereit sein - unter seiner Autorität ermächtigt - Leid ertragen zu können.

Mögen Toni und Anna, du und ich in diese Autorität in Christus hineinwachsen.

* Namen geändert

Dorfleben