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Thema | Februar 2020


Gelingend – Erfüllend – Gemeinsam

«Die Familie hat ausgedient.» – Aussagen wie diese machen immer wieder Schlagzeilen. Neue Lebensformen sollen die «Normalfamilie» ablösen. Bisherige Werte zerbröckeln oder werden bewusst verdrängt. Konsequent wird die Gender-Ideologie Schritt für Schritt vorangetrieben.



Es geht alle an
Ziel dieser Entwicklung ist die Schaffung einer neuen Gesellschaft. Jeder soll sich neu orientieren. Die Gesetzgebung soll in Zukunft verschiedene Lebensformen ermöglichen. Ob alleinstehend oder verheiratet, alt oder jung – niemand kann sich diesem Thema verschliessen.
Soll über dieser Entwicklung lamentiert werden? Nein, denn so kommen wir nicht weiter und schaffen ein Klima der Unsicherheit. Es ist zielführender, sich auf biblische Werte zu besinnen, um sich der Herausforderung zu stellen. Wie hat der Schöpfer von Leben, Ehe und Familie sich das Zusammenleben gedacht? Wie positionieren wir uns? Wie wollen wir leben, um Gott zu ehren?

Es liegt in der Verantwortung des Einzelnen, Antworten zu finden. Zudem hat die Gemeinde die grundsätzliche Aufgabe, auf die Fragen ihrer Gemeindeglieder einzugehen. Es sollen Werte gestärkt werden, die zu einer Sicherheit in einem sich verändernden Umfeld verhelfen. Und vorweg darf schon gesagt sein: Gelingendes Leben ist möglich, wenn jemand mit der Quelle des Lebens, Jesus Christus, verbunden ist.

Wie alles beginnt
Gott gab seiner Schöpfung das Prädikat «sehr gut». Als Teil dieser geordneten Schöpfung erhält der Mensch Lebensraum zugewiesen. Durch diese Gabe kann der Mensch bestehen. Gleichzeitig ist sie aber auch Verpflichtung. Diese beschreibt Armin Wenz wie folgt: Der Mensch ist als Mann und Frau dazu bestimmt von den Früchten der Schöpfung zu essen. Zugleich soll er aber die eine von Gott gesetzte Grenze um den Baum der Erkenntnis respektieren (1. Mose 2,16–17).
Der Mensch soll zweitens als Mann und Frau sich nicht der Schöpfung untertan machen, d. h. sie nicht vergöttern, sondern über sie als freier Herr regieren (1. Mose 1,28; 2,15.19). Der Mensch ist drittens dazu bestimmt, die Welt im Verband der Ehe und in der Abfolge der Generationen im Auftrag Gottes zu pflegen und zu bewahren (1. Mose 1,27–28; 2,18).

So wird es funktionieren
Damit der Mensch seine Lebensbestimmung ausleben kann, muss erstens seine Beziehung zu Gott intakt, d. h. gepflegt sein und zweitens muss er frei sein. Da er jedoch infolge der Sünde unfrei geworden ist, braucht er Erlösung, die ihm in Jesus Christus angeboten ist. Schliesslich muss der Mensch in gesunder Beziehung zu seinem Gegenüber leben. Nur so ist er frei, seiner Bestimmung nachzukommen.

Das Fundament wird gelebt und verteidigt
Die Ordnungen, die Gott in die Schöpfung gelegt hat, sind für alle Menschen richtungsweisend. Diese werden im Gesetz des Alten Testament bekräftigt und erweitert. Im Geschichtsteil wird mit Beispielen auf die jeweiligen Konsequenzen hingewiesen, wenn sich Menschen an diese Ordnungen hielten oder nicht. Die Weisheitsliteratur zieht die Linie weiter und zeigt pointiert gelingendes Leben auf. Immer wieder wird aufgezeigt, dass es in der Verantwortung des Menschen liegt, sich dem Segen Gottes zu öffnen oder zu verschliessen – mit entsprechenden Auswirkungen auf sich und sein Umfeld. Schliesslich verteidigen auch die Propheten Gottes Gebote. Sie scheuen sich nicht einen Lebenswandel zu kritisieren, der nicht im Einklang mit den Ordnungen Gottes steht.

Jesus baut auf die Schöpfungsordnung auf
Wichtige Einsichten geben die Auseinandersetzungen von Jesus mit den Gesetzeslehrern seiner Zeit in Bezug auf Ehe und Familie. Er zeigt auf, wie diese Institutionen von Gott zum Segen der Menschen gedacht sind. Die Apostel nehmen die Vorgaben ihres Herrn auf. Wir finden z. B. Prinzipien im Epheser-, Kolosser- und 1. Petrusbrief, die das Miteinander in einer Familie regeln. Egoismus kommt dabei schlecht weg. Massstab ist durchwegs die Liebe und Opferbereitschaft, die Jesus Christus vorgelebt hat. Höhepunkte sind die Bibelstellen, die Schöpfungsgeschichte mit dem Evangelium verbinden (z. B. 1. Korinther 11,7–12; Epheser 5,22–31; 1. Timotheus 2,13–15). Paulus stellt es als grosses Geheimnis dar, wenn die Verbindung von Mann und Frau zu einem Bild für das Verhältnis der Gemeinde zu ihrem Herrn wird.

Treffend schreibt Armin Wenz zu diesen Bibeltexten jedoch auch: «Gewiss ist die Auslegung und Anwendung dieser Stellen auch durch mancherlei Missbrauch im Laufe der Geschichte belastet. Doch sollte man auch der Heiligen Schrift die Chance geben, ihr eigenes Wort wirklich ausreden zu können, bevor man aufgrund bestimmter negativ besetzter Reizworte wie ‹Gehorsam›, ‹Haupt› oder ‹Unterordnung› von vornherein Herz und Sinne gegenüber diesen Texten verschliesst.»
Auch alleinstehende Menschen dürfen erleben: Jesus hat alle im Blick und in der Familie Gottes sind alle eingeschlossen.

Wie gelingt die Übertragung ins Heute?
Eine Sache hat nur Bestand, wenn darüber gesprochen wird. So sagt Gott über Abraham: «Denn dazu habe ich ihn auserkoren, dass er seinen Kindern befehle und seinem Hause nach ihm, dass sie des Herrn Wege halten und tun, was recht und gut ist, auf dass der Herr auf Abraham kommen lasse, was er ihm verheissen hat» (1. Mose 18,19).
Gott will seine Zusagen an Abraham und seinen Nachkommen einlösen. Dies ist davon abhängig, ob die Wege Gottes gelehrt werden. Wir stehen heute in der Verantwortung, dass Gottes Gedanken an die nächste Generation weitergegeben werden. Das ist nötiger denn je, weil das gesellschaftliche Umfeld das Wort Gottes oft weder kennt noch als Autorität anerkennt.
Das biblische Prinzip gilt weiterhin: «Gerechtigkeit erhöht ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben» (Sprüche 14,34). Während der zweite Teil der Aussage eine deutliche Warnung ist, liegt der Fokus zum Handeln auf dem ersten Teil des Verses. Darin enthalten ist ein Hinweis auf Gott. Von welcher Gerechtigkeit könnte sonst gesprochen sein, wenn nicht von der, die Gott in Jesus Christus bewirkt hat? – So sind auch die Themen Leben, Ehe und Familie immer in Beziehung zu Jesus Christus zu verstehen und anzuwenden.

Predigtserie 2020
Gelingend – Erfüllend – Gemeinsam
Biblische Prinzipien zur Lebens-, Ehe- und Familiengestaltung

Im Verlauf des Jahres wird das Thema aus folgenden Blickwinkeln beleuchte

  1. Einzigartigkeit des Lebens
  2. Treue führt zu Geborgenheit
  3. Reinheit und Heiligkeit des Lebens und der Ehe
  4. Lernen und lehren, Verantwortung zu übernehmen
  5. Erziehungsprinzipien und Reifeprozess
  6. Versöhnte Beziehungen
  7. Lieben und Ehren
  8. Leuchtkraft in dieser Welt