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Mission | Februar 2019


Staunen über Gottes Wirken in Peru

Ende April 2002. Ich war damals jung, unerfahren und das erste Mal in Südamerika. Unter anderem sollte ich abklären, welche Möglichkeiten bestehen, in Peru unsere Publikationen zu drucken. Die Heimatgemeinde stand im Gebet hinter diesem Unterfangen.


Idylle am Titicacasee (Bild Rafael Moser)


Wie bestellt und nicht abgeholt …
Schon etliche Monate zuvor hatte Bruder Austin aus Peru einen Brief in die Schweiz geschickt, in dem er darum bat, die «Mensaje de Paz» in seinem Land zu drucken. Nun war ich da, konnte Austin aber zuerst nicht ausfindig machen. Als ich ihn dann telefonisch erreichen konnte sagte er, er hätte zum jetzigen Zeitpunkt kein Interesse mehr. Was jetzt? Die Geschichte schien hier fertig zu sein …

… oder doch nicht?
Am 1. Mai 2002 besuchte ich im Rathaus von Juli, einer kleinen Stadt am Ufer des Titicacasees, einen mir unbekannten Mann; Antonio C. Ich erklärte ihm den Grund meines Besuches und das Vorhaben unserer Gemeinde: die «Mensaje de Paz» in seinem Land zu drucken. Er nahm mein Anliegen positiv auf, versprach darüber nachzudenken und uns behilflich zu sein. Dann gingen wir gemeinsam im Rathaus auf die Knie, um Gott unseren Dank auszusprechen und ihn um weitere Führung zu bitten.Wenige Monate später wurde die erste peruanische Ausgabe von «Mensaje de Paz» gedruckt. Bereits sind über 175 Monatsausgaben von Antonio im ganzen Land verteilt worden. Nicht etwa, dass dies sein einziger Job wäre! Nein, dies macht er nebenbei. Er ist ein leidenschaftlicher Pastor, erfahrener Gemeindegründer, tüchtiger Geschäftsmann, begehrter Ratgeber und ein unermüdlicher «Mensaje de Paz»-Mitarbeiter.

Antonios Sohn als Reisebegleiter im Amazonasgebiet unterwegs

Zu zweit unterwegs
In den ersten Jahren war oft einer von uns Missionaren mit Antonio unterwegs, um unsere Empfänger zu besuchen oder neue Kontakte zu knüpfen. Doch dies ist seit langem «tiempo pasati» (vorbei). Heute überlegt Antonio, welche Gegend dran ist, um besucht zu werden. Dann besprechen wir es zusammen. Antonio macht die Planung, sucht sich einen Reisepartner, organisiert die Reise und Monate später geht es los. Normalerweise werden jährlich zwei Reisen mit einer Dauer von 10–14 Tagen in Städte und in abgelegene Gebiete von Peru unternommen. Nicht selten sind wir die einzige Mission, welche solch entfernte Gebiete besucht. Dies ist dann jeweils eine sehr grosse Ermutigung für die lokale Bevölkerung.Wir besuchen sie nicht nur, sondern ermöglichen ihnen den Zugang zu wertvoller Literatur. «Oh, so etwas gab es noch nie!», «Ihr seid die Einzigen welche uns besuchen», tönt es jeweils.

Antonio beim Planen der Reisen

Zeugnisse
Yumis lebt in der Millionenstadt Lima. Eines Morgens, als er nach einer langen Arbeitsnacht als Wächter nach Hause zurückkehrte, sah er eine kleine Zeitschrift auf dem Boden liegen. Jemand hatte sie weggeworfen. Er hob sie auf und begann zu lesen. Es war wie Brot vom Himmel für ihn, oder eben eine Botschaft des Friedens – «Mensaje de Paz».
José wohnt in Huari im Andengebirge und ist Lehrer. Er und seine Frau hatten sich heftig gestritten und ihre Ehe schien vor dem Aus zu stehen. Genau an diesem Tag erhielten sie eine «Mensaje de Paz», deren Inhalt über die Schönheit einer segensreichen Ehe sprach. Sie versöhnten sich noch am selben Tag und seitdem leben sie im Frieden zusammen.
Im Bezirk Nieva fährt ein Bruder monatlich einen Tag den Fluss hinunter und dann wieder einen Tag zurück, um unsere Zeitschriften abzuholen. In der Gegend von San Lorenzo sollen es gleich drei Tage sein, die ein Empfänger benötigt, um das Material abzuholen. Doch die Literatur ist ihnen diesen Aufwand wert. Die Geschwister aus dem Amazonasgebiet von Peru danken ganz herzlich, dass du dies durch deine Gebete und deine Spenden möglich machst. Sie danken ebenfalls Gott, dass er diese Mission aus der Schweiz für sie zum Segen werden liess. Und du bist Teil dieses Werkes!

Amazonasgebiet

Gottes geniale Pläne
Ich bin Gott von Herzen dankbar, wie selbständig Antonio diesen Auftrag in Peru ausführt. Was aus dieser Begegnung vom 1.Mai 2002 wurde, hätte ich nie geträumt. Gott sei die Ehre! Wir bleiben gemeinsam dran, wir vor Ort, ihr im Gebet. Ich bin zuversichtlich, dass Gott weiterhin Grosses wirkt in Peru.