Loading...

Gemeinde | Dezember 2019 / Januar 2020


Von der Einfachheit zur Multiplikation

Vor 70 Jahren, am 28. Januar 1950, haben unsere Gemeindeleiter von damals mutig und im Glauben an Gottes Wirken ein eigenes Missionswerk gegründet. Sie waren sich einig: Wir haben den Auftrag, Zeugen zu sein und auch in alle Welt zu gehen, es braucht Menschen, die diesem Ruf folgen und wir wollen keine Zeit verlieren. Was daraus in Bewegung kam und immer noch ist, erstaunt. Torsten Kugler hat sich durch das Archiv gearbeitet und nach Gründen für diese enorme Multiplikation gesucht. Seine Erkenntnisse helfen uns auch heute, Schwerpunkte in unserer Gemeindearbeit zu legen.


Erste Nachfolger von Jesus in PNG.


Sendungsstarke Muttergemeinde
Die Gemeinde hatte vorher etliche Missionswerke in China und Afrika unterstützt. Als es dann 1950 darum ging, ein eigenes Missionswerk zu gründen, wurden die Bedenken eines solchen Unterfangens übergross dargestellt. Da stand Fritz Berger auf und sagte: «Wollen wir denn nicht mehr glauben und Gott vertrauen?» Diese Ermahnung wirkte wie ein Paukenschlag, der das Team in Bewegung brachte. Dann kamen Anfragen und Hinweise auf Missionsmöglichkeiten in Papua-Neuguinea, und so sind die ersten drei Missionare 1954 ausgereist. Bei der Aussendungsfeier war der festlich geschmückte Konferenzsaal in Steffisburg geladen mit Spannung und Erwartung. Die Gebetsunterstützung war gross, aber auch die Gebefreudigkeit. Die Entwicklung zeugte von einem beispiellosen Missionseifer, den die sendende Gemeinde in jener Zeit erfasste und der bis heute anhält!

Führung Gottes
Die offenen Türen in PNG kann man als klare Führung Gottes erkennen. Ein führender Mann in PNG erzählt, wie seine Sippschaft seit vielen Jahren unter sich zerstritten war. Sie litten unter ständiger Angst vor Feinden, Zaubermächten und Geistern der Ahnen und sie befanden sich in einem Kreislauf von Mord und Rache. Der Mann suchte nach Geborgenheit und Frieden. Zur gleichen Zeit kamen die drei Missionare in seinem Tal an und sie trafen sich. So lenkte Gott den richtigen Begegnungsort zur richtigen Zeit, um Menschen in seine Nachfolge zu rufen.

Das Legen von Grundlagen – 6 Wachstums-Faktoren
Nach Abschluss einer Missionsschule reisten viele Handwerker ohne kulturelle Vorkenntnisse aus. Aus heutiger Perspektive kann man nur staunen, was Gott daraus gemacht hat. In aller Einfachheit und im Vertrauen zu Gott hat ER in seiner Gnade etwas gewirkt. Und doch legten die Pioniere und Väter gute Grundlagen, die sich bis heute als wirkungsvoll erwiesen haben. Die Gemeindeleitung von PNG nennt 6 Punkte, die in ihren Augen zum Wachstum führten. Sie geben der Arbeit Bodenständigkei

  1. Treue zum Wort
    Ganz wichtig war, ein verändertes Leben durch eine klare Umkehr und Neugeburt. Und wenn mehrere Menschen zusammenkommen, gibt es eine dynamische Gemeinschaft, die multipliziert.
  2. Keine Kompromisse
    mit dem Ahnenglauben.
  3. Praxisnahes Training und Dienst
    Pioniermissionare: «In der einen Hand halten wir die Bibel, in der anderen den Spaten.» Die Ausbildung soll Kopf, Herz und Hand miteinbeziehen.
  4. Schulungen
    Es gibt ein durchgängiges Konzept von Wissensvermittlung.
  5. Einigkeit
    zwischen einheimischer Gemeinde und unseren Missionaren.
  6. Langzeithingabe
    der Missionare und die Beständigkeit, an einem Projekt zu bleiben.

Erweckung – ein Geschenk Gottes
Erweckung ist ein Geschenk von Gott. Man kann es herbeisehnen, im Gebet darum bitten, aber nicht erzwingen. Es liegt im Willen des Vaters, sie zu geben. Wenn Gott sie schenkt, dann geschehen Dinge, die sonst nicht möglich sind. Einer unserer Pioniermissionare hat einmal gesagt: «Einige besondere Erfahrungen haben mir deutlich gezeigt, dass wir mehr in Gottes Erweckung durch seinen Geist vertrauen müssen, als in unsere Aktivitäten, obwohl sie auch nötig sind. Ich war oft beschämt zu sehen, wie Gott eine einfache Methode benutzte, um ein gut durchdachtes System zu übertreffen.» Die letzte Erweckung, die ich auch mitbekommen habe, war 2005. Im Rückblick können wir nur staunend feststellen, was der Heilige Geist sozusagen «über Nacht» bewirken kann, was viele Missionare trotz jahrzehntelanger mühsamer Arbeit nicht «erreichten». War ihre harte Arbeit vergeblich gewesen? Gewiss nicht! In diesen vielen Jahren wurde ein biblisches Fundament gelegt für die Gemeindeglieder, die in der Erweckung vorangehen konnten. Geblieben ist eine Leidenschaft, das Evangelium hinauszutragen. Gott schenkte ihnen die Sicht, dass nicht nur diejenigen Missionare sind, die ins Ausland gehen, sondern auch die, die ihre Sprachgruppe verlassen, um in einem anderen Gebiet Menschen in die Nachfolge von Jesus zu rufen.

Was Gott wirkt

  • anhaltende Gebetsunterstützung
  • Engagement in 6 verschiedenen Ländern
  • viele neue Gemeinden (allein in PNG ca. 1000)
  • grosszügige finanzielle Spenden
  • viele Gläubige in zahlreichen Ländern erhalten schriftlich befreiende, biblische Botschaften
  • hunderte von Kindern aus armen Verhältnissen erfahren Liebe und Geborgenheit
  • junge Menschen erhalten Chancen auf Ausbildungen.
  • Engagement im Gesundheitswesen
  • neue Gemeinden in der Schweiz gründen
  • kleine Gemeinden unterstützen
  • vieles mehr!

Wir freuen uns über das, was Gott gewirkt hat und über die neuen Aufbrüche, die er schenkt. Die Reise ist nicht zu Ende…