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Thema | April 2022


Ganz sicher gerettet

Wie können wir sicher wissen, dass uns nichts mehr von Gott trennt und er uns angenommen hat?



Vergiss die Ente nicht
Johny schlendert durch den Garten seiner Grosseltern. Gelangweilt wickelt er das Band seiner neuen Steinschleuder um die Finger. Plötzlich fällt sein Blick auf eine Hausente. Ohne viel zu überlegen, zielt er auf das Tier – ein Volltreffer! Von panischem Schrecken gepackt, greift er nach der toten Ente und versteckt sie hinter einer Holzbeige. Als er um die Hausecke verschwinden will, steht ihm seine ältere Schwester Sally im Weg. Sie hat alles beobachtet, sagt aber kein Wort.

Nach dem Mittagessen fordert die Grossmutter Sally auf, beim Abwaschen zu helfen. Doch Sally antwortet: «Johny möchte heute in der Küche helfen.» Hinter Grossmutters Rücken zischt sie dem eingeschüchterten Bruder ins Ohr: «Vergiss die Ente nicht!» Johny macht sich an die Arbeit.

So geht es die nächsten Tage weiter. Sally schiebt alle unangenehmen Arbeiten auf ihren Bruder ab. Dabei flüstert sie ihm immer wieder ins Ohr: «Vergiss die Ente nicht!» Schlussendlich hält es Johny nicht mehr aus. Er bekennt seiner Grossmutter, was er mit der Steinschleuder angerichtet hat. Da umarmt sie ihren Enkel und sagt verständnisvoll: «Ich habe die ganze Geschichte vom Fenster aus beobachtet. Ich liebe dich und habe dir schon längst vergeben. Doch habe ich mich gewundert, wie lange du dich von Sally beherrschen lassen würdest.» 

Diese Geschichte nimmt uns in ein Spannungsfeld mit, in welchem sich die Gewissheit unserer Errettung bewegt.

Bekennen statt Vertuschen
Wenn wir an Jesus Christus glauben, bezeichnet Gott uns nicht mehr als Sünder, sondern hat uns als seine Kinder angenommen. Wir sind der Macht der Sünde nicht mehr schutzlos ausgeliefert, sondern können durch den Heiligen Geist der Sünde widerstehen. Doch werden wir in dieser Welt nie perfekt sein. Es kommt leider vor, dass wir über andere verurteilend richten, eine verletzende Bemerkung fallen lassen oder in unreine Fantasien eintauchen. Sünde ist nicht weniger schlimm, wenn Christen schuldig werden. Die entscheidende Frage ist jedoch, wie wir damit umgehen.

Wie Johny in der Geschichte die tote Ente versteckte, liegt es uns nahe, unser eigenes Fehlverhalten zu vertuschen oder zu entschuldigen mit Gedanken wie:

  • «Die Umstände haben mich dazu geführt.»
  • «Das ist nun mal eine meiner Schwächen.»
  • «Es war nur ein kleiner Ausrutscher in einer schwierigen Situation.»

Damit möchten wir uns einreden, dass in unserer Beziehung zu Gott alles in Ordnung sei. Wir geben uns Mühe, uns als vorbildliche Christen zu zeigen und investieren uns in lobenswerte Aktivitäten. Doch die anklagende Stimme verfolgt und beherrscht uns: «Vergiss die ‘Ente’ nicht.»

Der Apostel Johannes warnt davor, Sünde zu beschönigen oder sogar zu ignorieren: «Wenn wir behaupten, sündlos zu sein, betrügen wir uns selbst. Dann lebt die Wahrheit nicht in uns.» 1. Johannes 1,8 (HFA) Gemeinschaft mit Gott ist nur in einer Beziehung möglich, die von Offenheit, Ehrlichkeit und Reinheit geprägt ist. Wir gehören aber nicht erst dann zu Gott, wenn wir perfekt nach seinem Willen leben. Wenn wir merken, dass wir nicht nach dem biblischen Massstab gehandelt haben, sollen wir Gott unser Versagen bekennen. Er weiss schliesslich schon alles, auch was im Versteckten geschehen ist. Er ist gnädig und immer bereit zu vergeben. Johannes zeigt, wie unsere Beziehung zu Gott rein bleiben kann: «Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, dann erweist sich Gott als treu und gerecht: Er wird unsere Sünden vergeben und uns von allem Bösen reinigen.» 1. Johannes 1,9 (HFA)

Gott schafft Vergebung
Johny konnte die Geschichte mit der Ente nie ungeschehen machen. Doch als er seine Schuld bekannte und die Beziehung zur Grossmutter wieder rein und offen wurde, verlor die Anklage seiner Schwester ihre beherrschende Kraft. Der Junge lebte wieder frei und unbeschwert, trotz allem was geschehen war, weil ihm vergeben worden war.

Der Weg zur inneren Reinheit und Gewissheit, dass wir bei Gott angenommen sind, geht über das Bekenntnis unserer Sünde. Doch der Grund, dass unsere Schuld vergeben ist, liegt nicht in unserem Bekennen, sondern darin: «Gott erweist sich als treu und gerecht.» Das führt uns zum Kreuz, wo Jesus Christus an unserer Stelle starb. Gott hat versprochen, dass er alle Menschen annimmt, die ihr Vertrauen weg von sich selbst auf Jesus setzen. Wir können unsere Beziehung zu Gott nie selbst in Ordnung bringen. Nur weil er treu ist und sein Wort hält, können wir ganz sicher sein, dass wir gerettet sind.

Gott vergibt aber nicht, weil er nachsichtig ist und ein Auge zudrückt. Am Kreuz zeigte er nämlich auch seine Gerechtigkeit. Jesus verbüsste in letzter Konsequenz die Strafe für jede Sünde. Seine Auferstehung ist der Beweis, dass Gott versöhnt ist. Wer Jesus vertraut, ist für immer von aller Schuld freigesprochen und steht in einer reinen Beziehung mit Gott.

Vertrauen befreit aus falscher Unsicherheit
Manchmal gräbt unser Gewissen eine alte Geschichte aus und klagt uns an, obwohl wir schon längst Gottes Vergebung dafür in Anspruch genommen haben. Manchmal setzen sich hartnäckige Zweifel fest, ob wir überhaupt richtig auf Gott vertrauen. Ähnlich wie Johnys Schwester flüstert eine innere Stimme: «Vergiss die ‘Ente’ nicht.»

Doch entscheiden nicht unsere eigenen Gedanken oder das Gewissen darüber, ob wir gerettet sind oder nicht. Auch die Zusagen von Menschen geben keine verlässliche Sicherheit. Nur Gott kann gerecht sprechen und retten. Er will es für alle tun, die Jesus und seiner Errettung vertrauen. Gott hat uns in der Bibel versprochen, dass er uns von aller Schuld befreit, damit wir für immer in der Gemeinschaft mit ihm leben.

Wenn dich dein Gewissen trotzdem noch anklagt, wenn dich Vorwürfe plagen, dass du zu wenig treu Gott gedient hast, wenn du nachts statt Schäfchen deine Fehler zählst, dann rufe mit dem Apostel Paulus aus: «Wer könnte es wagen, die von Gott Auserwählten anzuklagen? Niemand, denn Gott selbst spricht sie von aller Schuld frei.» Römer 8,33 (HFA) Was Gott zusagt, ist absolut sicher.