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Thema | April 2021


Ostern – der Triumph eines neuen Lebens!

Mit der Passafeier gedenken die Juden ihrer Errettung durch die starke Hand Gottes aus der Sklaverei in Ägypten, wo sie während vier Jahrhunderten Fremde gewesen waren. Im Neuen Testament feierten die Gläubigen den Tod und die Auferstehung Jesu Christi, die zeitlich mit dem Passafest zusammenfielen. Daraus ist unser Osterfest geworden – die frohe Erinnerung an die Auferstehung von Jesus Christus. Die Schuld wurde gesühnt und der Tod besiegt. Jesus ist so die Quelle des neuen Lebens geworden.



Die Schuld
Um den Begriff «Schuld» zu verstehen, stellen wir uns einmal einen Mann vor, der bis zum Hals verschuldet ist. Mal fielen hier Verluste an, mal dort. Sein Start ins Leben war erschwert durch das Erbe eines grossen Schuldenbergs von seinem Vater, welches er nicht hatte ausschlagen können. Nehmen wir an, dieser Mann habe Schulden in der Höhe von einer Milliarde Franken.

Am Ende ihrer Geduld fordern nun seine Kreditgeber die Rückzahlung ihres Geldes: «Wenn Sie nicht zurückzahlen, bringen wir Sie hinter Gitter, bis alle Schulden bezahlt sind.»

Dieser Mann setzt nun alles daran, das gigantische Schuldentilgungs-Projekt in Angriff zu nehmen. Woher diese Entschlossenheit? Wozu dieser Aufwand? – Weil er an seinem freien Leben hängt! Eines Tages gelingt es ihm dank gewaltiger Anstrengungen, seine Schulden um 1000 Franken zu reduzieren! Viel ist das nicht, aber immerhin etwas. Mit einer gewissen Genugtuung setzt er seine Bemühungen fort. Dann kann er 3000 Franken seiner Schuld begleichen und, als Folge vieler Opfer, übergibt er schliesslich weitere 5000 Franken stolz seinen Kreditgebern. Diese stellen nun nüchtern folgende Rechnung an: 

«Ihre Schulden betragen nun noch 999  991  000 Franken plus Zinsen! Entscheiden Sie sich, entweder Sie bezahlen, oder Sie werden verurteilt! Es gibt keine andere Alternative!» Stellt euch die Entmutigung dieses Mannes vor!

Diese Geschichte ist ein Bild unserer unbezahlbaren Schuld Gott gegenüber. Sie führt uns zum Schluss, dass wir es nie schaffen werden, dass wir verloren sind! Alle Hoffnung liegt nun auf jemand anderem als uns selbst.

Jesus
Wer ist er wirklich? Ein geschickter Redner, der die Menschen täuscht? Ist es denn glaubwürdig, das Paradies zu versprechen und selbst am Kreuz zu enden wie ein Krimineller? Lassen wir einen Zeugen aus dem ­1. Jahrhundert sprechen:
Der jüdische Historiker Flavius Josephus, geboren im Jahr 37, äus­sert sich in seinem Werk «Antiquitates» folgendermassen über Jesus:

«Um diese Zeit lebte Jesus, ein weiser Mensch, wenn man ihn überhaupt einen Menschen nennen darf. Er war nämlich der Vollbringer ganz unglaublicher Taten und der Lehrer aller Menschen, die mit Freuden die Wahrheit aufnahmen. So zog er viele Juden und auch viele Heiden an sich. Dieser war der Christus. Und obgleich ihn Pilatus auf Betreiben der Vornehmen unseres Volkes zum Kreuzestod verurteilte, wurden doch seine früheren Anhänger ihm nicht untreu. Denn er erschien ihnen am dritten Tag wieder lebend, wie gottgesandte Propheten dies und tausend andere wunderbare Dinge von ihm vorherverkündigt hatten.» 

Napoleon, Herrscher über halb Europa, schrieb Folgendes über Jesus: «Ich habe mit all meinen Armeen und Generälen nicht ein Vierteljahrhundert lang mir auch nur einen Kontinent unterwerfen können. Und dieser Jesus siegt ohne Waffengewalt über die Jahrtausende, über die Völker und Kulturen.» 

Jesus ist gekommen, um Verlorene zu suchen und zu retten (Lukas 19,10). Eine der letzten Aussagen, die er vor seinem Sterben am Kreuz unter furchtbaren Qualen machte, war: «Es ist vollbracht!»

Dies bedeutet: Es ist getan, ich habe die Strafe auf mich genommen, die ihr verdient hättet, die Rechnung ist bezahlt, die Schuld beglichen. Und das aus Gnade.

Die Gnade
Es wird von einer Frau berichtet, die sich unter Tränen an Napoleon wandte mit der Bitte, ihren Sohn zu begnadigen. Der Kaiser antwortete, dies sei unmöglich. Dieser Soldat sei desertiert und die Gerechtigkeit erfordere seine Erschiessung. 

«Aber ich bitte nicht um Gerechtigkeit», flehte die Mutter, «ich bitte inständig um Gnade.» – «Gute Frau, ich wiederhole, dass Ihr Sohn keine Gnade verdient», antwortete Napoleon. – «Herr», rief die Frau, «es wäre keine Gnade, wenn er es verdient hätte! Gnade ist alles, worum ich Sie bitte!» – «In diesem Fall spreche ich ihm Gnade zu.» Und der Kaiser verschonte ihn.

Ich kann niemals Gottes Gunst selber verdienen. Er erweist seine Gnade dem, der sich zu ihm wendet. «Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, dann erweist sich Gott als treu und gerecht: Er wird unsere Sünden vergeben und uns von allem Bösen reinigen» (1. Johannes 1,9).

Die Vergebung
Wenn Gott Vergebung zuspricht, wiegt er seine Güte nicht ab und begrenzt sie nicht. Wir müssen uns nicht zuerst bewähren, keine Probezeit bestehen und er erlässt uns auch nicht nur einen Teil unserer Schuld. Wird uns diese vollständige, kostenlose, bedingungslose Vergebung bewusst, sind wir in der Lage, selber auch zu vergeben.

«Vergebt euch gegenseitig, wenn jemand euch Unrecht getan hat. Denn auch Christus hat euch vergeben» (Kolosser 3,13). Wir können also nicht unter zwei verschiedenen Regimen gleichzeitig leben: unter dem der Gnade und dem der Unversöhnlichkeit. Die Tatsache, dass uns die Gunst der Vergebung Gottes zuteil wird, muss eine Haltung des Vergebens gegenüber unseren Mitmenschen zur Folge haben.

Das wird uns Frieden, Versöhnung, Befreiung, Freude, Heilung der Seele und manchmal sogar des Körpers bringen.

Das neue Leben
Jesus starb am Kreuz für uns alle, die wir durch die Sünde verschuldet waren. Am dritten Tag wurde er auferweckt von den Toten. Jedem, der an ihn glaubt, bietet er Vergebung und ein neues Leben an.

«Denn wir vertrauen ihm, der unseren Herrn Jesus Christus von den Toten auferweckt hat. Jesus wurde in den Tod gegeben, um unsere Sünden zu tilgen; er wurde auferweckt, damit wir vor Gott bestehen können» (Römer 4,24b–25 HFA).

Jesus war gerecht. Ich war ein Sünder. Er nahm meine Schuld auf sich und das Urteil, das ich verdient hätte. Aus diesem Grund ist er gestorben. Und durch seine Auferstehung bietet er mir seine Gerechtigkeit und ein neues Leben an. Welch ein Triumph!

Frohe Ostern
Wenn du die oben beschriebenen Etappen erlebt hast, hat Ostern heute für dich einen ganz besonderen Stellenwert: ein neues Leben mit dem Auferstandenen.

Möge dieses neue Leben in Christus Gott verherrlichen und dich und deine Mitmenschen prägen.