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Mission | April 2020


Gottes Treue inmitten vieler Schwierigkeiten

Der «Umgang mit Leid» ist das Thema dieser Ausgabe. Ich würde es nicht unbedingt als Leid bezeichnen, was wir letztes Jahr erlebt haben, war es doch auch mit sehr viel Freude verbunden. Und doch, diese Freude war in viele Schwierigkeiten eingepackt. Ich möchte Euch berichten, wie Gott inmitten der Schwierigkeiten seine Treue bewiesen hat.


Gespannte Atmosphäre im Stadtzentrum.


Politische Schwierigkeiten
Beinahe 14 Jahre war Bolivien fest in der Hand der sozialistischen Partei des nun Ex-Präsidenten Evo Morales. Mit den Jahren so fest, dass die Regierenden meinten, über die Köpfe des Volkes hinweg machen zu können, was sie wollten. Der öffentliche Diskurs besagte, es gehe um mehr soziale Gerechtigkeit usw. Tatsächlich wurde aber ein Netz von Kontroll- und Unterdrückungsmechanismen gestrickt, das dazu angetan war, den Machthabern ihr Amt auf unbegrenzte Zeit zu sichern.

Laut Verfassung hätte Evo Morales sich 2019 nicht noch einmal als Kandidat bei der Präsidentschaftswahl aufstellen lassen dürfen. Aber seine findigen Anhänger hatten eine Erklärung bereit, um ihn doch wieder zuzulassen. Als dann am Wahlabend plötzlich die Hochrechnungen aussetzten und erst knapp 24 Stunden später mit einer veränderten Tendenz weitergeführt wurden, zudem «verirrte» Wahlurnen auftauchten und sonstige zahlreiche Ungereimtheiten zutage traten, war der Aufschrei im Volk gross. Empörung, Wut, Ohnmacht und die Angst, Bolivien könne sich nun in ein zweites Venezuela verwandeln, beherrschten die Gemüter.

Wenn mein Volk sich demütigt
Allmählich organisierte sich der Widerstand. Durch Strassenblockaden im ganzen Land und zahlreiche Grosskundgebungen drückte das Volk seinen Unwillen gegen die Machtmonopolisierung der Regierenden und den Wahlbetrug aus. Allerdings machten sich Evo Morales und seine Minister nur darüber lustig. Und tatsächlich, was konnte das Volk schon gegen eine Regierung ausrichten, die ausser der Exekutiven Gewalt auch die Legislative und die Judikative ganz unter ihrer Kontrolle hatte, frei über die Finanzen des Landes verfügen konnte und zudem alle Fäden des raffiniert gesponnenen Netzes aus Kontrolle, Machtmissbrauch, Einschüchterung und Korruption in der Hand hielt?

Das Einzige, was den Bolivianern blieb, war, sich an denjenigen zu wenden, der über allem wacht und steht. «Wenn mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen», verspricht Gott dem Volk Israel in 2. Chronik 7,14. Die Bolivianer haben sich dieses Wort auch zu Eigen gemacht und überall im Land entstanden Gebetsbewegungen. Die Gemeinden verstärkten ihr Gebet für das Land. Bei den Strassenblockaden beteten die Nachbarn gemeinsam und auf Grosskundgebungen gingen Zehntausende öffentlich auf die Knie, um Gott um Vergebung für den vielen Götzendienst und die ausufernde Korruption in der Gesellschaft um Vergebung zu bitten.

Gott steht treu zu seinem Wort
Gottes Antwort blieb nicht aus. Sowohl die Polizei als auch das Militär, die in den vergangenen Jahren den Ruf korrupter Institutionen hatten und auf die sich Evo Morales wohl verlassen hatte, wurden von Gottesfurcht übermannt und stellten sich auf die Seite des Volkes. Und der Präsident, sein Vize und viele Minister müssen einen Schrecken bekommen haben, so dass viele überhastet zurücktraten, das Land verliessen und so den Weg für die Bildung einer Übergangsregierung frei machten.

Zwar merkten die Ex-Regierenden bald, dass ihnen die so sicher geglaubte Macht aus den Händen glitt und schickten ihre Getreuen auf die Strassen, die als randalierende und plündernde Gruppen das Land in Unruhe und Schrecken versetzten. Aber Gott hatte offensichtlich beschlossen, dem Land Freiheit und Frieden zu schenken. Nun schauen wir dem Heilungsprozess zu, in dem unsere Mission «Mensaje de Paz», was «Botschaft des Friedens» bedeutet, einen wichtigen Beitrag leisten kann. Denn über alle politischen Bewegungen hinweg – das haben die Bolivianer erlebt – ist es wichtig, mit Gott im Frieden zu sein. Der Friedefürst, den sie kennenlernen müssen, ist Jesus Christus.

Mateo Sayk, nach einer risikogeladenen Schwangerschaft im siebten Schwangerschaftsmonat geboren inmitten grösster politischer Unruhen, ist auch ein Beweis für Gottes Treue!