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Mission | September 2019


Ein Monat voller Erlebnisse

Am 26. März 2019 standen wir, sechs Absolventen des GROW, am Flughafen Zürich. Unser Reiseziel: Ghana. Für einen Monat tauchten wir in eine andere Kultur ein, lernten die Mission kennen und legten bei den verschiedensten Arbeiten auch selbst Hand an.


Besuch beim Chief des Dorfes (mit grüner Kopfbedeckung)


Accra – die Millionenstadt
Es war eine Mischung aus Neugier, Unbehagen, Vorfreude und Erschöpfung, die unsere Stimmung ausmachte, als wir im heissen Accra aus dem Flieger stiegen. Wir wurden am Flughafen abgeholt und schlängelten uns durch den dichten Verkehr der Hauptstadt Accra, wo eine sehr kreative Fahrweise an der Tagesordnung ist. In dieser Millionenstadt würden wir die ersten zwei Wochen unseres Einsatzes verbringen.

Von Accra aus verschickt die Mission jedes Jahr sechs Tonnen Literatur ins Landesinnere von Ghana sowie nach Togo, Benin, Nigeria und Burkina Faso. Dadurch werden viele Christen ermutigt, Pastoren mit guter Lehre versorgt und Menschen, die Jesus nicht kennen, erreicht. Beim Versand von Literatur konnten wir mithelfen, was uns einen spannenden Einblick in diese Arbeit ermöglichte.
Weiter halfen wir bei Bastelnachmittagen in der deutschen Schule, wo die Kinder der Familie Trummer zur Schule gingen, und hielten auch Kinderstunden und Lektionen für Teens in der lokalen Gemeinde. Aber auch praktische Arbeit wie das Streichen des Wohnhauses der Familie Trummer stand auf dem Programm, eine Aufgabe, an der wir viel Spass hatten.

Eine für Ghana typische Landstrasse

Bimbilla – Mission im Busch
Nach zwei Wochen hiess es bereits Abschied nehmen und wir reisten mit einem Car in den Norden des Landes. Unterwegs konnten wir viel von der Schönheit dieses Landes sehen. Doch die Fahrt war nicht immer angenehm: Laute Musik oder Fernsehserien im bordeigenen Fernseher gehören in Ghana zum Standard. Zu unserer Freude und zum Missfallen vieler einheimischer Mitreisenden fiel der Fernseher nach einer Stunde jedoch aus. So kamen wir nach 14 Stunden Fahrt erschöpft aber wohlbehalten in Bimbilla an.

Bimbilla ist eine komplett andere Welt als Accra. Grossstadtlärm und Staus sind ersetzt durch Zirpen der Grillen und Ziegen auf den Strassen. Auch hier gab es viel zu tun. Handwerksarbeiten am Haus, Gartenarbeiten und Mithilfe im Gesundheitsprogramm von Marlies Lauber gehörten zu unseren Aufgaben.
Grundlegende Voraussetzung für die Evangelisation sind gute Kontakte zur Bevölkerung vor Ort. In der lokalen Kultur sind Besuche bei besonderen Ereignissen sehr wichtig und grundlegende Höflichkeit. So hatten wir die Gelegenheit, eine Hochzeit, die Namensgebung eines Kindes, die Einsetzung eines Chiefs und eine Trauerfeier mitzuerleben. Bei all diesen Besuchen tauchten wir ab in eine Welt, die uns Schweizern völlig fremd ist.

Zu Gast auf einer Hochzeitsfeier

«Wenn du deine eigene Kultur kennenlernen willst, dann besuche eine fremde Kultur.» Mit einem Lächeln nahmen wir diesen Satz in der Einsatzvorbereitung auf. Wir waren ja in der Schweizer Kultur aufgewachsen, die würden wir doch wohl kennen. Doch spätestens in Bimbilla wurde jedem klar, dass dieser Satz ins Schwarze trifft. Wir lernten die Vorteile unseres Lebens in der Schweiz schätzen und gleichzeitig die Nachteile hinterfragen. Setzen wir Europäer unsere Prioritäten immer richtig? Warum sind wir in der Schweiz trotz unseres Überflusses nicht zufriedener? Diese und ähnliche Fragen waren eine wertvolle Lektion für uns. Mit vielen Erlebnissen und Eindrücken im Gepäck reisten wir nach weiteren zwei Wochen wieder nach Accra zurück. Dieses Mal funktionierte der Fernseher im Car wieder, dafür war die Klimaanlage defekt – bei 38° Celsius! Als wir nach einem Monat wieder in Zürich landeten, war uns allen klar: Ghana wird uns unvergesslich bleiben!